Zum Thema Bienen im Sachunterricht besuchten die Klassen 1a und 1b das Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf. Dort erfuhren die Kinder viel Wissenswertes über Wildbienen und Honigbienen.
Zu Beginn machte die Biologin Fr. Ackermann die Kinder auf die Unterschiede der sehr ähnlich aussehenden Insekten aufmerksam: Wildbienen, Hummeln, Honigbienen, Wespen, Hornissen und Schwebfliegen unterscheiden sich in Größe und Farbe. Über 560 verschiedene Wildbienenarten leben in Deutschland. Dazu gehören auch die Hummeln. Zwei Hummelarten bestimmten die Kinder anhand ihrer unterschiedlich gefärbten Streifen am Körper. Anschließend schlüpften die Kinder selbst in die Rolle einer Biene. Im ersten Spiel sammelten sie als Arbeitsbiene eines Honigbienenstockes gemeinsam Pollen und erfuhren dabei, wie wichtig die Zusammenarbeit im Bienenvolk ist. Im zweiten Spiel sammelten sie als Wildbiene Pollen und Baumaterial. Dabei durften sie nur alleine ausfliegen. Schnell wurde deutlich, dass die alleinlebenden Wildbienen ihre Aufgaben ohne Unterstützung anderer Bienen bewältigen. In einem Wildbienenhotel konnten die Kinder nun die Behausungen von Wildbienen bestaunen. Jede Wildbiene legt einzelne Brutzellen an, die z.B. in einer Röhre hintereinander liegen. In jede Zelle kommt ein Pollenvorrat. Oft sammeln Wildbienen den Pollen von nur einer ganz bestimmten Pflanzenart. Genau ein befruchtetes Ei legt die Wildbiene anschließend in die Kammer. Mit Baumaterial trennt sie die einzelnen Kammern. Der Abschluss bildet eine Zelle mit einem unbefruchteten Ei. Aus diesem wird eine männliche Wildbiene schlüpfen. Die volle Röhre wird am Ende mit Lehm verschlossen, um den Nachwuchs vor der Witterung und Feinden zu schützen. In einer benachbarten Röhre hatte eine Grabwespe ihren Nachwuchs gelegt. Dieser Jäger stellt den schlüpfenden Larven betäubte Grillen statt Pollen als Nahrung zur Verfügung. Die Kinder staunten, mit welchem Geschick die Wespe die erbeuteten Grillen in der engen Röhre platziert hatte. Auf der Blumenwiese konnten die Kinder später verschiedene Bienen beim Pollensammeln beobachten. Fr. Ackermann erklärte, dass dabei gleichzeitig ein großer Teil der Bestäubung unserer Pflanzen erfolgt. Ohne die Arbeit der fleißigen Bienen, würden keine leckeren Früchte wachsen. Zum Abschluss besuchten wir den Bienenstock auf der Anlage des NSZ. Aus sicherem Abstand konnten wir die summenden Bienen beim Ein- und Ausfliegen beobachten. Fr. Ackermann erklärte den Kindern den Lebenszyklus einer Honigbiene. Bis zum Schlüpfen vollzieht sie in ca. 21 Tagen eine Metamorphose. Jede weibliche Biene durchläuft dann im Laufe ihres Lebens verschiedene Aufgabenfelder – vom Putzen der Waben über die Pflege der Brut bis hin zum Sammeln von Nektar und Pollen. Drohnen haben keinen Platz im Bienenstock und dienen der Begattung der Bienenkönigin. Diese wächst in einer sogenannten Weiselzelle heran und legt nach ihrem Hochzeitsflug täglich bis zu 2000 Eier. Da Sommerbienen nur ca. 35 Tage alt werden, garantiert die Bienenkönigin somit das Fortbestehen des Bienenvolkes.
Für die faszinierenden Einblicke in die Welt der Bienen möchten wir uns bei Fr. Ackermann sehr herzlich bedanken. Der Ausflug war für alle Kinder ein spannendes Erlebnis, in dem wir erfahren durften, wie wichtig
(wildlebende) Bienen für unsere Natur sind.